Review: Agnes Obel – THE MEANING OF FLOWERS: Mutterschaft als Klangwandel

Atmosphärischer Kammerpop zwischen Neoklassik und Electronica.
Eine Geburt verändert Körper, Denken, Wahrnehmung – und im Fall von Agnes Obel auch die Musik. Nach ihrem letzten Album MYOPIA (2020) brachte die in Berlin lebende Dänin ihr erstes Kind auf die Welt. Ihrer Tochter ist THE MEANING OF FLOWERS gewidmet, eine Platte über Verbundenheit, Wachstum, Metamorphose und die Kraft des Neuanfangs.
Ihren schwerelosen Kammerpop erweitert Obel vermehrt um Electronica und rhythmische Experimente. „Laymelli“ etwa steht auf elektronische Texturen und einem sanften Klangteppich. Im einzigen Instrumentalstück „Tangerine“ entfaltet sich ein Wechselspiel zwischen Saxofon-Arpeggien, Celesta und Klavier.
Obel hat arrangiert, produziert und aufgenommen, spielt Klavier, Synthesizer und Keys, arbeitet mit Samples und verfremdeter Stimme. Unterstützt wird sie von einem Ensemble aus Streichern, Bass, Flöte, Saxofon, Lap-Steel-Gitarre und Percussion. Das kann man einfach genießen – oder tiefer eintauchen in Obels Welt, die unter anderem von der Dichtung Enheduannas, der ersten namentlich bekannten Autorin der Welt, und Philosoph:innen wie Hannah Arendt und Emanuele Coccia inspiriert ist.
Autorin: Nadine Wenzlick
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